01632 Analyse des Berichts über die berufliche Strahlenexposition in Deutschland 2024
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Der Bericht des Strahlenschutzregisters zur beruflichen Strahlenexposition in Deutschland fasst zum Ende des Kalenderjahres die Exposition des Vorjahres zusammen. Mit Stand vom 18.12.2025 liegt der aktuelle Bericht für das Jahr 2024 vor und liefert eine umfassende Datengrundlage zur Bewertung der Expositionssituation strahlenexponierter Personen. Der vorliegende Beitrag analysiert zentrale Ergebnisse, Trends sowie deren Implikationen für den Strahlenschutz in Medizin, Forschung und Industrie. von: |
1 Einleitung
Aktuelle Grundlage
Die Überwachung der beruflichen Strahlenexposition ist ein wesentlicher Bestandteil des Strahlenschutzsystems in Deutschland. Das Strahlenschutzregister erfasst dazu personenbezogene Dosisdaten und ermöglicht eine kontinuierliche Bewertung von Expositionsentwicklungen. Der Bericht für das Jahr 2024 bietet eine aktuelle Grundlage für regulatorische und betriebliche Entscheidungen.
Die Überwachung der beruflichen Strahlenexposition ist ein wesentlicher Bestandteil des Strahlenschutzsystems in Deutschland. Das Strahlenschutzregister erfasst dazu personenbezogene Dosisdaten und ermöglicht eine kontinuierliche Bewertung von Expositionsentwicklungen. Der Bericht für das Jahr 2024 bietet eine aktuelle Grundlage für regulatorische und betriebliche Entscheidungen.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) berichtet für das Jahr 2024 über eine insgesamt stabile und niedrige berufliche Strahlenexposition in Deutschland. Insgesamt wurden etwa 432.000 Personen (eine Zunahme von rund 10.000 Personen gegenüber 2023) strahlenschutzüberwacht, überwiegend in den Bereichen Medizin, Luftfahrt, Industrie, Forschung und Kerntechnik. Von diesen wiesen rund 99.000 Personen eine messbare Exposition oberhalb der Nachweisgrenze auf; daran haben insbesondere medizinisches Personal und fliegendes Personal den größten Anteil.
Wirksamkeit der Maßnahmen
Die ermittelten mittleren Jahresdosen lagen in sämtlichen Berufsgruppen deutlich unterhalb der geltenden Dosisgrenzwerte sowie unter der durchschnittlichen natürlichen Strahlenexposition der Allgemeinbevölkerung. Grenzwertüberschreitungen traten lediglich in Einzelfällen auf und zeigen im Verhältnis zur Gesamtzahl der überwachten Personen eine sehr geringe und rückläufige Häufigkeit. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die Wirksamkeit der etablierten Strahlenschutzmaßnahmen. [1]
Die ermittelten mittleren Jahresdosen lagen in sämtlichen Berufsgruppen deutlich unterhalb der geltenden Dosisgrenzwerte sowie unter der durchschnittlichen natürlichen Strahlenexposition der Allgemeinbevölkerung. Grenzwertüberschreitungen traten lediglich in Einzelfällen auf und zeigen im Verhältnis zur Gesamtzahl der überwachten Personen eine sehr geringe und rückläufige Häufigkeit. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die Wirksamkeit der etablierten Strahlenschutzmaßnahmen. [1]
Zentrale Kennzahlen im Überblick:
| • | Strahlenschutzüberwachte Personen: ca. 432.000 |
| • | Messbar exponierte Personen: ca. 99.000, davon aus dem medizinischen Bereich ca. 46.000 (˜47 %) Personen (2023: 43.000 Personen) |
| • | Größte Berufsgruppen: medizinisches Personal, fliegendes Personal |
| • | Höchste Kollektivdosis: fliegendes Personal |
| • | Grenzwertüberschreitungen: selten und rückläufig |
Medizinisches Personal anteilmäßig größte Gruppe
Der Anteil des medizinischen Personals blieb mit 77 % nahezu unverändert; dies ist weiterhin die größte Gruppe unter den überwachten Personen. Die mittlere effektive Jahresdosis im medizinischen Bereich lag im Jahr 2024 bei 0,3 mSv und blieb damit im Vergleich zum Vorjahr konstant. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen weist das medizinische Personal weiterhin eine der niedrigsten mittleren Strahlenexpositionen auf. Höhere Werte wurden insbesondere beim fliegenden Personal (1,1 mSv), in der Industrie (0,9 mSv), in der Kerntechnik (0,7 mSv) sowie in Forschung und Lehre (0,4 mSv) beobachtet. Die Kollektivdosis im medizinischen Bereich betrug 14,7 (2023: 13,3) Personen-Sv pro Jahr und lag damit auf dem zweiten Platz hinter dem fliegenden Personal mit 42,4 Personen-Sv pro Jahr.
Der Anteil des medizinischen Personals blieb mit 77 % nahezu unverändert; dies ist weiterhin die größte Gruppe unter den überwachten Personen. Die mittlere effektive Jahresdosis im medizinischen Bereich lag im Jahr 2024 bei 0,3 mSv und blieb damit im Vergleich zum Vorjahr konstant. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen weist das medizinische Personal weiterhin eine der niedrigsten mittleren Strahlenexpositionen auf. Höhere Werte wurden insbesondere beim fliegenden Personal (1,1 mSv), in der Industrie (0,9 mSv), in der Kerntechnik (0,7 mSv) sowie in Forschung und Lehre (0,4 mSv) beobachtet. Die Kollektivdosis im medizinischen Bereich betrug 14,7 (2023: 13,3) Personen-Sv pro Jahr und lag damit auf dem zweiten Platz hinter dem fliegenden Personal mit 42,4 Personen-Sv pro Jahr.
Im Berichtsjahr wurden insgesamt wenige Grenzwertüberschreitungen registriert. Es traten acht Überschreitungen des Jahresgrenzwerts der effektiven Dosis von 20 mSv auf, davon vier im medizinischen Bereich. Darüber hinaus wurde ein Fall einer Überschreitung bei Minderjährigen über 1 mSv dokumentiert. Weitere Überschreitungen betrafen die Organ-Äquivalentdosis der Hand (zwei Fälle), die Augenlinse (ein Fall), den Monatsgrenzwert der Gebärmutter (47 Fälle) sowie die Berufslebensdosis (ein Fall). Eine detaillierte Zuordnung dieser Überschreitungen zu spezifischen Tätigkeitsbereichen ist im Bericht jedoch nicht enthalten, was insbesondere für Analyse- und Schulungszwecke eine Einschränkung darstellt. [2]
2 Datengrundlage und Methodik
Die Auswertung basiert auf den im Strahlenschutzregister gemeldeten Personendosen, insbesondere der effektiven Dosis sowie den Organ- und Teilkörperdosen. Erfasst werden Beschäftigte in medizinischen, industriellen und wissenschaftlichen Bereichen der Anwendung ionisierender Strahlung.
Das Strahlenschutzregister erfasst im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zur beruflichen Strahlenschutzüberwachung einen standardisierten und umfassenden Datensatz zur Identifikation, Expositionsbewertung und behördlichen Nachverfolgbarkeit exponierter Personen.
Erfasst werden zunächst eindeutige Identifikationsmerkmale in Form einer individuellen SSR-Nummer sowie umfangreiche personenbezogene Stammdaten, einschließlich Namen, Geburtsdaten, Geburtsort, Geschlecht und Staatsangehörigkeit. Darüber hinaus werden detaillierte Informationen zu Beschäftigungsverhältnissen und Expositionsbedingungen dokumentiert, insbesondere Tätigkeitsmerkmale, die mit einer Strahlenexposition verbunden sind. Diese werden anhand definierter Tätigkeitskategorien systematisiert.
Zur institutionellen Zuordnung werden betriebliche Identifikationsdaten wie die Betriebsnummer nach Sozialgesetzbuch sowie Angaben zu den verantwortlichen Akteuren im Strahlenschutz erhoben, einschließlich Strahlenschutzverantwortlicher und weiterer gesetzlich definierter Verantwortlicher. Ergänzend werden Informationen zu registrierten Strahlenpässen sowie zur jeweils zuständigen Aufsichtsbehörde erfasst.
Systematische Doku wichtig
Ein zentraler Bestandteil der Datenerhebung ist die systematische Dokumentation der individuellen Strahlenexposition. Dazu zählen insbesondere die ermittelte Körperdosis, differenziert nach effektiver Dosis und Organ-Äquivalentdosis, sowie die zugrunde liegenden Expositionsbedingungen. Zusätzlich werden behördliche Bewertungen und Feststellungen im Zusammenhang mit diesen Dosiswerten und Expositionssituationen im Register hinterlegt.
Ein zentraler Bestandteil der Datenerhebung ist die systematische Dokumentation der individuellen Strahlenexposition. Dazu zählen insbesondere die ermittelte Körperdosis, differenziert nach effektiver Dosis und Organ-Äquivalentdosis, sowie die zugrunde liegenden Expositionsbedingungen. Zusätzlich werden behördliche Bewertungen und Feststellungen im Zusammenhang mit diesen Dosiswerten und Expositionssituationen im Register hinterlegt.
Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung der geltenden Dosisgrenzwerte (s. Tab. 1) gemäß Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und Strahlenschutzverordnung (StrlSchV).
Tabelle 1: Jahresgrenzwerte für beruflich exponierte Personen in Millisievert (mSv) nach § 78 StrlSchG [3]
Personen ab 18 Jahren (mSv) | Personen unter 18 Jahren (mSv) | |
Effektive Dosis | 20 | 1 |
Organ-Äquivalentdosis Augenlinse | 20 | 15 |
Organ-Äquivalentdosis Haut | 500 | 50 |
Organ-Äquivalentdosis Hände, Unterarme, Füße, Knöchel (jeweils) | 500 | 50 |
3.1 Exponierte Personengruppen
Im Jahr 2024 wurden mehrere hunderttausend beruflich strahlenexponierte Personen registriert (s. Tab. 2).
Tabelle 2: Zahl der Meldungen an das SSR für das Jahr 2024 [3]
Meldungsart | Zahl der Meldungen |
Personendosismeldungen | 4.087.498 |
Inkorporationsdosismeldungen | 3.654 |
Flugdosismeldungen | 403.366 |
Dosismeldungen zu bestehenden Expositionssituationen | 1.419 |
Strahlenpassmeldungen | 8.583 |
Der größte Anteil der gemeldeten Personen ist dem medizinischen Bereich zuzuordnen. Insbesondere Personal in der Radiologie, der Nuklearmedizin und der Strahlentherapie stellt die größte Gruppe.
3.2 Höhe der Strahlenexposition
Gering bis rückläufig
Die mittlere effektive Jahresdosis im medizinischen Sektor bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau (0,3 mSv) und liegt deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Der überwiegende Anteil der überwachten Personen weist nur eine geringe oder keine messbare Exposition auf. Die für 2024 festgestellten Grenzwertüberschreitungen sind zusammenfassend in Tab. 3 aufgeführt. Insgesamt betrachtet ist die Zahl der Grenzwertüberschreitungen in 2024 angesichts der großen Zahl von ca. 432.000 strahlenschutzüberwachten Personen sehr gering und über die letzten Jahrzehnte betrachtet stark rückläufig.
Die mittlere effektive Jahresdosis im medizinischen Sektor bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau (0,3 mSv) und liegt deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Der überwiegende Anteil der überwachten Personen weist nur eine geringe oder keine messbare Exposition auf. Die für 2024 festgestellten Grenzwertüberschreitungen sind zusammenfassend in Tab. 3 aufgeführt. Insgesamt betrachtet ist die Zahl der Grenzwertüberschreitungen in 2024 angesichts der großen Zahl von ca. 432.000 strahlenschutzüberwachten Personen sehr gering und über die letzten Jahrzehnte betrachtet stark rückläufig.
