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02099 Begrenzung der Ableitung radioaktiver Stoffe

Begrenzung der Ableitung radioaktiver Stoffe

Die Neufassung des Strahlenschutzgesetzes und der Strahlenschutzverordnung legt Grenzwerte für die Bevölkerungsexposition durch Direktstrahlung und radioaktive Ableitungen fest. § 99 der StrlSchV führt detailliert die Grenzwerte für radioaktive Ableitungen außerhalb von Schutzbereichen auf; dabei werden realistische Expositionspfade betont. In Anlage 11 werden die Lebensgewohnheiten einer Normperson zur Ermittlung der Strahlenexposition standardisiert. Die Einhaltung der Grenzwerte kann vereinfacht nachgewiesen werden, indem die maximal zulässigen Aktivitätskonzentrationen in Abluft oder Abwasser gemäß Anlage 11 Teil D eingehalten werden. Das Gesamtemissionskonzept gemäß § 102 berücksichtigt alle Emissionen an einem Standort und frühere Tätigkeiten.
Arbeitshilfen:
von:

1 Rechtliche Grundlagen

§ 99 StrlSchV „Begrenzung der Ableitung radioaktiver Stoffe”
1.
Für die Planung, die Errichtung, den Betrieb, die Stilllegung, den sicheren Einschluss und den Abbau von kerntechnischen Anlagen, Anlagen im Sinne des § 9a Absatz 3 Satz 1 erster Halbsatz zweiter Satzteil des Atomgesetzes, Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung und Einrichtungen betragen die Grenzwerte der effektiven Dosis der durch Ableitungen radioaktiver Stoffe mit Luft oder Wasser aus diesen Anlagen oder Einrichtungen jeweils bedingten Exposition für Einzelpersonen der Bevölkerung 0,3 Millisievert im Kalenderjahr.
2.
Sind für die Einhaltung des Dosisgrenzwerts nach § 80 Absatz 1 des Strahlenschutzgesetzes mehrere Tätigkeiten zu betrachten, so hat die zuständige Behörde darauf hinzuwirken, dass auch die Dosisgrenzwerte des Absatzes 1 durch die Gesamtheit der Ableitungen radioaktiver Stoffe aus diesen Tätigkeiten mit Luft oder mit Wasser eingehalten werden.
3.
Der Strahlenschutzverantwortliche hat für die Einhaltung der Grenzwerte des Absatzes 1 zu sorgen.
4.
Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass radioaktive Stoffe nicht unkontrolliert in die Umwelt abgeleitet werden.

2 Erläuterungen

2.1 Grenzwerte

In Erweiterung des § 80 des Strahlenschutzgesetzes (StrlSchG) „Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung”, in dem der Grenzwert der Strahlenexposition der Bevölkerung durch Direktstrahlung und Ableitung radioaktiver Stoffe festgelegt ist, regelt § 99 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) im Detail die durch radioaktive Ableitungen für die Bevölkerung resultierenden Grenzwerte außerhalb von Strahlenschutzbereichen. In der Summe aller Ableitungen (Luft, Abwasser etc.) darf der Grenzwert der effektiven Dosis 0,3 Millisievert pro Jahr nicht überschreiten. Bei der Ermittlung der Exposition der Bevölkerung gemäß § 160 StrlSchV durch radioaktive Ableitungen sind realistische Expositionspfade und Expositionsannahmen zu verwenden. Für den Bereich der offenen radioaktiven Stoffe aus der Nuklearmedizin sind gemäß Anlage 11 Teil A der StrlSchV die beiden Expositionspfade

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