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02070 Schutz beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen

Die aktuelle Strahlenschutzverordnung von 2018 behält die Aufhebung des Aufenthaltsverbots im Kontrollbereich für Personen unter 18 Jahren bei, die durch die EU-Richtlinien zur Harmonisierung des Rechts eingeflossen sind. Personen unter 18 dürfen nicht mit offenen radioaktiven Stoffen über bestimmten Grenzwerten umgehen, es sei denn, der Anwender hat zu Ausbildungszwecken eine Ausnahme bei der Behörde beantragt. Der Begriff Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen wird definiert. In diesem Zuge dürfen Auszubildende und Studierende unter ständiger Aufsicht bestimmte Tätigkeiten ausüben dürfen. Schüler können unter Lehreraufsicht mit radioaktiven Stoffen in Schulen arbeiten. Der Strahlenschutzverantwortliche muss sicherstellen, dass Schutzmaßnahmen eingehalten werden, und handelt ordnungswidrig, wenn er dies nicht gewährleistet.
von:

1 Rechtliche Grundlagen

§ 70 StrlSchV „Schutz beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen; Beschäftigungsverbote”
(1) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass Personen beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, deren Aktivität und spezifische Aktivität die Freigrenzen der Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 2 und 3 überschreitet,
1.
die erforderliche Schutzkleidung tragen und die erforderliche Schutzausrüstung verwenden und
2.
ein Verhalten, durch das sie radioaktive Stoffe aufnehmen können, insbesondere essen, trinken, rauchen und die Verwendung von Gesundheitspflegemitteln und kosmetischen Mitteln, untersagt wird.
Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass Personen unter 18 Jahren nicht mit offenen radioaktiven Stoffen, deren Aktivität und spezifische Aktivität die Freigrenzen der Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 2 und 3 überschreitet, umgehen, wenn der Umgang genehmigungsbedürftig ist. Satz 1 Nummer 1 und 2 gilt entsprechend beim Aufenthalt in Bereichen, in denen mit den in Satz 1 genannten Stoffen umgegangen wird, es sei denn, dies ist bei Patienten oder Betreuungs- und Begleitpersonen aufgrund der Aufenthaltsdauer nicht zumutbar.
(2) Die zuständige Behörde kann für Auszubildende und Studierende im Alter zwischen 16 und 18 Jahren Ausnahmen von Absatz 1, Satz 2 zulassen, wenn dies für die Erreichung des Ausbildungsziels notwendig ist und eine ständige Aufsicht und Anleitung durch eine Person, die die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, gewährleistet wird.

2 Erläuterungen

Regelung bei Minderjährigen
In der geltenden StrlSchV ist das Aufenthaltsverbot im Kontrollbereich für Personen unter 18 Jahren weiterhin aufgehoben. Dies geschah bereits bei der Novellierung der StrlSchV im Jahr 2001 zur Umsetzung von Artikel 11 der Richtlinie 96/29/EURATOM im Sinne der Harmonisierung des europäischen Rechts.

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